
Nachruf
In tiefer Trauer gedenken wir dem Leben von Herlinde Almer, einer außergewöhnlichen Frau, die am 31. August 1983 die Leitung der damals noch 4-jährigen Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen übernahm. Mit Hingabe und Enthusiasmus baute sie in kürzester Zeit eine Schule auf, die nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch eine Vision für eine bessere Welt schuf.
Ihr Engagement und ihre Begeisterungsfähigkeit führten dazu, dass die Schule rasch wuchs. Durch die Einführung der 5-jährigen Ausbildung stieg die Zahl der Schüler:innen kontinuierlich an, und bald gab es 15 Klassen mit insgesamt 300 SchülerInnen. Herlinde Almer initiierte die erste Übungskindergartengruppe und eröffnete später drei weitere. Während ihrer Amtszeit wurde die Hort/Zusatzausbildung eingeführt, und im letzten Jahr vor ihrer wohlverdienten Pensionierung im Jahr 1997 wurde eine Kinderkrippe eröffnet.
Herlinde füllte einen zunächst leeren Betonbau mit Leben, schuf eine geschätzte Bildungseinrichtung und prägte den Schulalltag mit ihrem vorbildhaften Engagement, Humor und ihrer Fähigkeit, Lehrer:innen und Schüler:innen zu motivieren. Ihre Begeisterung für das Schöne und Gute, ihre heitere Gelassenheit sowie ihre Zuversicht und Optimismus waren herausragende Eigenschaften, die sie auszeichneten.
Neben den berufsspezifischen Anforderungen war es Herlindes Anliegen, dass die Schüler:innen im Rahmen von verschiedenen Unterrichtsprojekten die Vielfalt Europas kennenlernen. Sie setzte sich besonders für die Umsetzung des Europagedankens ein, und unter ihrer Leitung wurde die Schule zu einem Ort des interkulturellen Austauschs. MR. Mag Ernst Popp meinte: … „So könnte ihr Wirken unter dem Motto ´´Hartberg in Europa – Europa in Hartberg“ zusammengefasst werden.“
Viele junge Europäer konnten die Gastfreundschaft der damaligen Bakip Hartberg genießen.
Innovative Ansätze, wie fächerübergreifender und projektorientierter Unterricht, waren Herlinde Almer ein Herzensanliegen. Sie unterstützte und initiierte das 1. Projekt in der damals 4-jährigen Ausbildung „Ich gehe auf dich zu“, bei dem sich Schülerinnen in der Kinderabteilung des LKH Hartberg engagierten. Neben sozialen Projekten prägten auch musikalische Aufführungen, Theaterstücke und interkulturelle Veranstaltungen das Schulleben.
Der europäische Schülerwettbewerb, interkulturelle Friedenserziehung und internationale Begegnungen, unter anderem mit Rumänien, schufen immer wieder besondere Höhepunkte. Der Austausch mit Kolleginnen und Stipendiatinnen aus Ungarn, Südtirol und der Westsahara führte zu einem tiefgreifenden interkulturellen Miteinander, das die persönlichen und geografischen Grenzen erweiterte und unvergessliche Erfahrungen für alle Beteiligten schuf.
Besonders geschätzt wurde von Herlinde die praktische Arbeit im Übungskindergarten. Die Kinder wussten, dass sie in Frau Direktors Büro stets auf ein Gummibärchen oder einen Gummifrosch zählen konnten.
Herlindes weltoffene und engagierte Führung prägte die Schule nachhaltig und verlieh ihr ein unverwechselbares Profil, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Ihr Vermächtnis lebt in den Generationen von Schüler:innen weiter, die von ihrer Weisheit, ihrem Engagement und ihrer Liebe zur Bildung profitiert haben.
In Dankbarkeit und Respekt verabschieden wir uns von einer außergewöhnlichen Frau, die das Leben vieler, weit über die BAFEP Hartberg hinaus bereichert hat.

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